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Pressespiegel
Wann und wo wurde etwas über das CSN und die veranstaltungen vom CSN geschrieben.

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Der Tagesspiegel |
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Veranstaltung: Berufsinformation für Geistes- und Sozialwissenschaftler
07.12.2008 |
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www.casebo.de |
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Homo Ökonomicus: Studierende suchen den Spagat zwischen Elfenbeinturm und Bankenhochhaus
31.10.2003 |
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Süddeutsche Zeitung |
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Verkannte Vakanzen
27.04.2002 |
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Die Zeit |
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Ein Netz für Kopfarbeiter
10.05.2001 |
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Die Welt |
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Gesucht: Geisteswissenschaftler
27.01.2001 |
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Audimax |
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Fit fürs Praktikum
31.10.2000 |
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tip |
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Du kannst was, du bist was
28.09.2000 |

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Verkannte Vakanzen
von Monika Wimmer
Nur jeder vierte Geisteswissenschaftler findet einen Job in der Wirtschaft. Dabei haben Absolventen der Germanistik, Geschichte oder Gräzistik den Unternehmen viel zu bieten
Ein Studium der Informationswissenschaft, eine Promotion über Dostojewskij, ein paar Seminare über Ausstellungsmanagement und ein Roman in der Schublade. Richtig vielversprechend sah Stefan Kleßmanns Lebenslauf nicht aus, als er sich nach seinem Studium in Berlin und New York auf Jobsuche begab. Heute ist Kleßmann verantwortlich für das Controlling bei Triad Berlin, einem Unternehmen, das Ausstellungen und Kongresse organisiert.
Stefan Kleßmann ist dabei fast so etwas wie ein Exot unter seinen Kommilitonen. Nur jeder vierte Absolvent der Geisteswissenschaften arbeitet in einem Wirtschaftsunternehmen. Der Grund: Das Studium der Germanistik, Geschichte oder Gräzistik bereitet nur unzureichend auf den Arbeitsmarkt vor. Gerade mal acht Prozent der Studenten attestieren der Ausbildung ausreichenden Praxisbezug – so das Ergebnis einer Untersuchung, die das Bundesbildungsministerium vorstellte.
„Nichtsdestotrotz interessieren sich immer mehr Unternehmen für Geisteswissenschaftler“, sagt Marijan Kojic vom Berliner Verein Career Service Network, der Geistes- und Sozialwissenschaftler beim Berufseinstieg unterstützt. „Denn sie bringen Schlüsselqualifikationen mit.“ Zum Beispiel Kommunikationsgeschick. „Diskutieren habe ich an der Uni gelernt“, sagt Kleßmann, „das kommt mir im Job zugute“. Schließlich arbeite er nicht im stillen Kämmerlein. „Wenn ich einen Finanzierungsplan erstelle, muss ich den mit vielen Menschen abstimmen – vom Grafiker über den Projektleiter bis zum Kunden. Dabei ist es wichtig, mich verständlich auszudrücken und auch Überzeugungsarbeit zu leisten.“
Sein betriebswirtschaftliches Wissen hat sich Stefan Kleßmann learning by doing angeeignet – zunächst bei einer Fahrradkurier-Firma, die sich keinen Betriebswirt leisten konnte. Kleßmann baute dort die Buchhaltung auf. „Interesse an Zahlen hatte ich schon als Schüler. Wie das Rechnungswesen in einem Unternehmen funktioniert, habe ich mir angelesen.“
Ein paar betriebswirtschaftliche Grundlagenwerke hat inzwischen auch Michael Müller durchforstet. Der promovierte Germanist gründete vor fünf Jahren in München „System & Kommunikation“, eine Unternehmensberatung, die mit literaturwissenschaftlichen Methoden arbeitet. „Literaturwissenschaftler schauen hinter die Kulissen einer Erzählung, indem sie die Beziehungsgeflechte zwischen den Figuren analysieren“, sagt Müller.
Seine Aufgabe als Unternehmensberater sei nicht viel anders: Von den Beschäftigten erzählte Arbeitsbiographien – vom ersten Tag in der Firma bis zu den aktuellen Reibereien mit dem Chef – liefern den Stoff, aus dem Müller und seine Kollegen herausfiltern, wie ein Betrieb im Verborgenen tickt. Welche Werte zählen im Unternehmen? Wie verlaufen die informellen Kommunikationswege? Wie stehen die Mitarbeiter, aber auch Mitarbeiter und Kunden zueinander?
„Unsere Storytelling-Analyse ergab zum Beispiel in einem Unternehmen, dass kein einziger Mitarbeiter die Kunden erwähnte“, sagt Müller. „Wir hatten damit ein entscheidendes Problem aufgedeckt, zumal das Unternehmen das Motto ausgegeben hatte: ,Der Kunde steht im Mittelpunkt‘.“ Müller und seine Kollegen erarbeiten Lösungskonzepte für derartige Konflikte, die betriebswirtschaftliche Kalkulation der Maßnahmen überlassen sie jedoch den Kunden. Eine Lücke im Know-How eines Unternehmensberaters, die durch ein BWL- Studium zu schließen gewesen wäre? „Wirtschaft als Nebenfach wäre sicher sinnvoll gewesen“, meint Müller. Sein Germanistik-Studium möchte er jedoch nicht missen.
„Geisteswissenschaftliche Studiengänge sind kaum verschult, und so kann jeder individuelle Schwerpunkte setzen. Das fördert die Eigeninitiative, die man unbedingt braucht, um als Selbstständiger erfolgreich zu sein“, meint Müller. Davon ist auch Marijan Kojic überzeugt: „Die Studenten sind flexibel und haben häufig großes Organisationstalent entwickelt.“
Das kann Stefan Leonards gut gebrauchen. Er arbeitet als Projektleiter bei der PR-Agentur Iser & Schmidt in Bad Honnef. Seine Aufgabe: Er konzipiert und koordiniert Veranstaltungen des vom Bundesbildungsministerium ins Leben gerufenen „Jahr der Geowissenschaften“. Er ist als Anglist allein unter Naturwissenschaftlern. „Ich kann mich zwar mit den Wissenschaftlern nicht im Detail über ihre Forschungsgebiete unterhalten“, sagt Leonards. „Aber durch mein Studium weiß ich, dass blanke Fakten erst dann interessant werden, wenn sie in eine Geschichte eingebettet sind, die den Menschen persönlich betrifft. “ Nach diesem Grundsatz stricken Leonards und seine Kollegen die Veranstaltungen: „Zum Beispiel zeigen wir Dante’s Peak, einen Spielfilm über einen Vulkanausbruch, den anschließend ein Naturwissenschaftler aus fachlicher Perspektive kommentiert.“
Geisteswissenschaftler haben Wirtschaftsunternehmen durchaus viel zu bieten. Aber was tun, wenn sich der Arbeitgeber trotzdem nicht von einem Magister der Germanistik oder Anglistik beeindrucken lässt? Der Ratschlag von Marijan Kojic: „Unbedingt Zusatzqualifikationen erwerben, zum Beispiel durch Praktika und Nebenjobs.“
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