Pressespiegel

Wann und wo wurde etwas über das CSN und die veranstaltungen vom CSN geschrieben.
Der Tagesspiegel
Veranstaltung: Berufsinformation für Geistes- und Sozialwissenschaftler
07.12.2008
Der Tagesspiegel
Erst studieren, und dann!
09.09.2007
Frankfurter Allgemeine Zeitung - Hochschulanzeiger
Netze knüpfen, bevor man sie braucht
20.06.2005
Handelsblatt - Junge Karriere
Postmodernes Proletariat
09.2004
Audimax Online
So kriegst Du ein Praktikum!
07.2004
www.casebo.de
Homo Ökonomicus: Studierende suchen den Spagat zwischen Elfenbeinturm und Bankenhochhaus
31.10.2003
Hochschulanzeiger
Hochschulabsolventen auf Sparflamme
04.2003
FU Berlin - Newsletter
Denk nicht, es ist brotlos
20.09.2002
Süddeutsche Zeitung
Verkannte Vakanzen
27.04.2002
www.mogul-online.de
Radio für Studienabbrecher
14.02.2002
Der Tagesspiegel
Was können Geisteswissenschaftler
13.06.2001
Die Zeit
Ein Netz für Kopfarbeiter
10.05.2001
Der Tagesspiegel
Berufsperspektiven für Geisteswissenschaftler
18.04.2001
www.commagazin.de
Geisteswissenschaftler im Event-Management
28.03.2001
Berliner Morgenpost
Gut geeignet als neutrale Beobachter
30.01.2001
Die Welt
Gesucht: Geisteswissenschaftler
27.01.2001
Tagesspiegel
Finden Sie eine Metapher
23.01.2001
Berliner Morgenpost
Ungeahnte Perspektiven
16.01.2001
Berliner Morgenpost
Zwischen Kunst und Kommerz
26.11.2000
Berliner Morgenpost
Von wegen Taxi fahren
01.11.2000
Career Service Network
Kapieren geht über Kopieren
31.10.2000
Audimax
Fit fürs Praktikum
31.10.2000
Berliner Zeitung
Wir wissen, was wir werden wollen
16.10.2000
tip
Du kannst was, du bist was
28.09.2000
Neues Deutschland
Statt Taxi fahren lieber auf dem Chefsessel sitzen
27.08.2000
Der Tagesspiegel
Netzwerk für Akademiker
22.07.2000
Berliner Morgenpost
Mitmischen bei den besten Jobs
14.07.2000
Berliner Morgenpost
Netzwerk aufbauen
14.07.2000

Von wegen Taxi fahren

Geisteswissenschaftler haben Chancen - aber
sie brauchen Zusatzqualifikationen


Von Dorothee Lüke

Marketing-Experte, Personalreferent, «Management-Trainee» - nicht gerade Perspektiven, die man mit einem Geisteswissenschaftler verbindet. Eher denkt man an eine wissenschaftliche Karriere, das «berühmte» Taxifahren oder gleich die Arbeitslosigkeit. Dabei pendelt die Arbeitslosenquote bei Geisteswissenschaftlern zwischen vier und fünf Prozent und ist damit genauso niedrig wie bei anderen Akademikern. Das liegt unter anderem daran, dass sich viele Historiker, Soziologen, Pädagogen und Philosophen in den eingangs genannten Bereichen bewähren. Wer allerdings in einem fachfremden Bereich einsteigen will, braucht unbedingt Zusatzqualifikationen, beispielsweise in BWL und EDV.

Wer dies während des Studiums versäumt hat, kann anschließend bei kommerziellen Anbietern nachziehen. Das kostet in der Regel mehrere tausend Mark, die in vielen Fällen aber das Arbeitsamt übernimmt. 9000 Mark kostet die elfmonatige Fortbildung zum Personalreferenten oder Organisationsentwickler bei der Berliner Firma Manage-Ing, die ansonsten vor allem in der Unternehmensberatung tätig ist. Die Teilnehmer werden in BWL, Personalarbeit, Recht und PC-Anwendung geschult – die Vermittlungsquote liegt nach Angaben der Firma bei 80 Prozent. Einsatzgebiete der Absolventen sind Unternehmensberatungen, Personalabteilungen oder der Trainer-Bereich im Personalwesen.

Manage-Ing ist seit zehn Jahren im Geschäft.
«Damals gab es so viele arbeitslose Lehrer, da haben wir dieses Potenzial genutzt», erklärt Mitarbeiterin Michaela Klonovsky:
«Geisteswissenschaftler verfügen eben über ein hohes Maß an sozialer Kompetenz, was in vielen Bereich sehr wichtig ist.» Soft skills wie Teamfähigkeit, Kommunikationstalent und Kreativität sollten Bewerber schon mitbringen. Ob sie einen Studienabschluss haben oder vorher ausgestiegen sind, spielt keine Rolle.

«Ich habe es auf keinen Fall bereut, diesen Kurs gemacht zu haben», berichtet eine ehemalige Teilnehmerin mit einem Abschluss in Geschichte und Nordamerika-Studien. Zwei Jahre lang hatte sie versucht, in der Wissenschaft unterzukommen, bevor sie die Weiterbildung in Angriff nahm. Bereits einen Monat nach ihrem Abschluss fand sie eine Stelle als Assistentin der Geschäftsführung in einer Unternehmensberatung. Inzwischen konnte sie zwar in die Wissenschaft zurückkehren und schreibt jetzt an ihrer Doktorarbeit. Aber die Erfahrungen und Kenntnisse aus dem wirtschaftlichen Bereich bleiben. «Außerdem habe ich dadurch auch festgestellt, was ich wirklich will», sagt die Historikerin rückblickend.

Das wollte auch Tanja Starkowski herausfinden, die an der Humboldt-Universität Geschichte, Germanistik und Kulturwissenschaften studiert. Nach der Zwischenprüfung stelle sie fest, dass ihr das Studium zwar Spaß machte, sie aber keinerlei Berufsziel hatte. Über einen Aushang an der Uni stieß sie schließlich auf die «Akademie für Kultur und Bildung in Berlin». Dort gibt es neben Kulturmanagement- oder Marketing-Kursen für Absolventen auch Angebote an Studenten in den Endsemestern - «Trainee für Studierende» nennt sich dieses Programm. Vermittelt werden betriebswirtschaftliche und juristische Grundkenntnisse, auch Bewerbungstraining ist vorgesehen.

Ein halbes Jahr dauert die Schulung, die die Studenten parallel zum Studium absolvieren - immerhin 20 Stunden pro Woche. «Da lernt man gleich praktisches Zeitmanagement», schmunzelt Thorsten Murr von der Agentur sense:ability, der als Dozent an der Akademie tätig ist. In dieser Agentur absolvierte Tanja Starkowski auch das dreimonatige Praktikum, welches in den Kurs integriert ist. Das lief so gut, dass die 26-Jährige inzwischen neben dem Studium als Assistentin der Geschäftsführung arbeitet. Diesen Spagat nimmt sie gerne in Kauf, denn sie will ihr Studium auf keinen Fall aus den Augen verlieren. Neben einer Stelle hat ihr der Kurs auch sonst viel gebracht: «In meiner Planung und Orientierung bin ich jetzt gefestigter. Ich weiß, was ich für Fähigkeiten habe und was ich will.»

Die Akademie arbeitet wie viele andere Bildungsträger mit den Hochschulteams der Arbeitsämter zusammen. Dort besteht auch die Möglichkeit, die Kostenübernahme zu beantragen. Darüber hinaus bieten die Hochschulteams eine Reihe von kostenlosen Vorträgen und Seminaren für Studierende und Absolventen aller Fachrichtungen an. Das kostenlose Angebot umfasst vor allem Bewerberseminare, Firmenpräsentationen und Vorträge zu einzelnen Berufsfeldern.

Inzwischen bieten auch alle drei Berliner Universitäten für ihre Absolventen und Studenten allerlei Hilfen an: Career Center heißen diese Einrichtungen, an denen es Kommunikations- und Präsentationstrainings, Rhetorik- und Computerkurse gibt. Tim Görts, Soziologiestudent an der Freien Universität, hatte nach einem solchen Weiterbildungskurs die Idee, ein eigenes studentisches Projekt ins Leben zu rufen: Gemeinsam mit Kommilitonen gründete er das Career Service Network. Ziel ist es, Studenten und Absolventen der Geisteswissenschaften ein Forum zum Erfah-rungsaustausch zu bieten, Praktika zu akquirieren und sich gegenseitig bei der Suche nach Praktika und Jobs zu unterstützen. Denn in diesen Fächern ist ein besonders hohes Maß an Eigeninitiative bei der Berufsorientierung gefragt.